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Terminkalender

Einladung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Sonntag, 27. Januar 2019, 11:00 Uhr
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Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Einladung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2019 in der Gedenkstätte KZ Hinzert

Der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, wurde im Jahr 1996 in der Bundesrepublik Deutschland als Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes ins Leben gerufen. Seit der Eröffnung des Dokumentations- und Begegnungshauses an der Gedenkstätte SSSonderlager /KZ Hinzert im Jahr 2005 gestaltet der Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert e.V. gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) ein Programm der Erinnerung und des Gedenkens an dem diesem Tag nächstliegenden Sonntag.

Beste Grüße Ihr / Dein Dieter Burgard Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert

Programm

  • 11.00 Uhr Öffentliche Führung
  • 13.00 Uhr Öffentliche Führung
  • 14.00 Uhr Begrüßung und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ( Dieter Burgard )

Ansprache:

Bundesministerin Dr. Katarina Barley MdB

Für den musikalischen Rahmen sorgt: Mannijo

Anschließend wird der Dokumentarfilm des Bayerischen Rundfunks "Verbrechen Liebe" von Thomas Muggenthaler gezeigt Der Autor und Regisseur des Films und des Buchs wird anwesend sein und steht nach der Aufführung für Fragen zur Verfügung.

Mannijo

Als Jo Nousse und Manfred Pohlmann sich zum ersten Mal trafen, gab es noch eine richtige Grenze zwischen Frankreich und Deutschland. Mit Schlagbaum, Ausweiskontrollen und dem ständigen illegalen Ein- und Ausführen von Instrumenten und Schallplatten. In dieser Zeit, als das Liebesverhältnis zu der Dame Namens Europa bei vielen noch nicht einmal platonisch war, ist es bei Mannijo schon ein leidenschaftliches gewesen. Mit dem Wissen um ihre Vergangenheit (auch "Geschichte" genannt), mit dem Erleben des Augenblicks und der Zuversicht einer gemeinsamen Zukunft. Wen wundert es, dass sich Europa Mannijo als ihre Minnesänger gewünscht hat. Seit damals singt Mannijo für Europa. Für ein buntes, vielfältiges Regenbogen-Europa. Multikulturell und doch tief in der eigenen Erde verwurzelt. Über alle Grenzen hinweg. Ein lebendiger Dorfplatz, auf dem jeder sein Lied singen und jeder in seiner eigenen Sprooch sprechen darf und auch kann. Ein Ort, an dem Menschen- und Tierrechte geachtet werden. Ein Ort, an dem die tägliche Arbeit aller mit Würde erledigt werden kann. Heute ist diese Grenze zwischen Frankreich und Deutschland verschwunden; die Grenze in den Köpfen und Herzen noch nicht überall. Deshalb spielt, singt und wirbt Mannijo für Europa.

"Verbrechen Liebe"

Ein Film von Thomas Muggenthaler. Der Journalist Thomas Muggenthaler hat in zahlreichen Beiträgen zeitgeschichtliche Themen zum Nationalsozialismus für den Rundfunk recherchiert und aufbereitet. Im Staatsarchiv Amberg stieß Thomas Muggenthaler vor ein paar Jahren auf Akten, die die Hinrichtung von über zwanzig polnischen Zwangsarbeitern in Niederbayern und der Oberpfalz dokumentieren. Polen waren Slawen und für die Nazis rassisch minderwertig. Bei gemeinsamer Feldarbeit kamen sich Zwangsarbeiter und einheimische Mädchen näher. Das Ergebnis war nicht selten eine Liebesgeschichte. Oft wegen Schwangerschaft entdeckt, bezahlten beide für ihre Liebe fürchterlich. Die Frauen wurden fast immer in das Frauen-KZ Ravensbrück verschleppt. Die meist polnischen Männer kamen entweder ins KZ oder wurden in der Nähe der Dörfer erhängt, in denen sie gearbeitet hatten. Es gab auch Polen, die das "Glück" hatten, den Rasseexperten der Nazis zu gefallen. Nach rassischer Begutachtung kamen diese sogenannten E-Polen in das KZ Hinzert bei Trier. Dort sollten sie sich "charakterlich" bewähren. Doch nur wenige wurden am Ende "eingedeutscht" und durften die deutschen Frauen heiraten.

Zwischen 1942 und 1944 fungierte das SS-Sonderlager/KZ Hinzert als Aufnahme- und Testlager für die Überprüfung der "Eindeutschungsfähigkeit" von zumeist polnischen Zwangsarbeitern, die wegen verbotenen Umgangs mit deutschen Frauen verhaftet worden waren. Von Mai 1943 an war das SS-Sonderlager ausschließlich für diese Fälle zuständig. Diese Männer bekamen wegen ihres "arischen" Aussehens eine Chance zum Überleben, indem sie in Hinzert ihre "Eindeutschungsfähigkeit" unter Beweis zu stellen hatten. Während diejenigen Zwangsarbeiter, die nach der NS-Rassenideologie slawischen Charakter hatten, oft zum Tode verurteilt wurden oder als so genannte "Facharbeiter" für lange Zeit in Konzentrationslagern verschwinden sollten, wurden die "E-Polen" (das E stand für "Eindeutschungsfähigkeit") nach Hinzert deportiert. Sie kamen dort in der "Abteilung für Eindeutschungsfähige" in eigene Stuben und wurden auch in besonderen "Polen-Kommandos" eingesetzt. Das Rasse- und Siedlungshauptamt führte die "rassische" Überprüfung durch. Wenn der Häftling als eindeutschungsfähig eingestuft wurde, konnten die Vorbereitungen für die Haftentlassung und die Heirat mit der deutschen Frau in die Wege geleitet werden. Diejenigen Häftlinge, deren Überprüfung negativ ausfiel, wurden in andere Konzentrationslager, meist in das im Elsass gelegene KZ Natzweiler, überstellt.

Anfahrt Die Anreise erfolgt von Trier A602 aus über die L151 in Richtung Hermeskeil - Abfahrt Hinzert-Pölert. Von dort aus der Wegweiserbeschilderung (Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert) zur Gedenkstätte folgen. Autobahn A1/A62 Koblenz - Saarbrücken/Kaiserslautern (Hinweisschild "Tourismus/ Sehenswürdigkeiten" Gedenkstätte KZ Hinzert) - Ausfahrt Reinsfeld. Von hier aus der Wegweiserbeschilderung (Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert) über L151 Richtung Trier - Abfahrt Hinzert zur Gedenkstätte folgen.

Hier die Einladung herunterladen: Einladung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Infomation über KZ Hinzert herunterladen: KZ Hinzert 

Ort Hinzert, Dokumentations- und Begegnungshauses an der Gedenkstätte SSSonderlager/KZ Hinzert
An der Gedenkstätte
Hinzert-Pölert
54421
Deutschland
https://www.gedenkstaette-hinzert-rlp.de/?id=116http%3A%2F%2Fwww.gedenkstaette-hinzert-rlp.de%2Findex.php%3Fid%3D116&fbclid=IwAR0BkoJfQB_bY5JAolEO5hhid7j3W4fEkliYD0UIupIw-ISRfm166cEG8Aw